Roth / Mittelfranken

Heeresflugplatz Roth

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Die ersten Überlegungen und Planungen für die Errichtung eines Fliegerhorstes in Roth-Kiliansdorf gab es wohl schon in den Jahren 1934/35. Im Frühjahr 1936 wurde dann entschieden, das bewaldete und sumpfige Gelände zu entwässern, zu roden und das Flugfeld zu planieren. Die Arbeiten kamen gut voran und so konnte bereits im Jahr 1938 das erste Flugzeug, eine Junkers JU-52 in Roth-Kiliansdorf landen.

Mit der Flugzeugführerschule C 9 nahm im gleichen Jahr der erste Verband seinen Dienst am Fliegerhorst auf. In den Kriegsjahren wurden die verschiedensten Verbände mit Schulungs-, Einsatz- und Instandsetzungsaufgaben nach Roth verlegt und wieder abkommandiert. Unter anderem flog die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 53 "Legion Condor", ausgerüstet mit Heinkel He 111, von Roth aus während des Westfeldzugs im Jahr 1940 Einsätze in Frankreich. Gegen Ende des 2. Weltkriegs, am 08. April 1945, wurde der Fliegerhorst von der US Airforce bombardiert. 91 Consolidated B-24 Bomber warfen 216 Tonnen Bomben auf den Flugplatz, der dadurch schwer beschädigt wurde. Hier ist ein Augenzeugenbericht das Angriffs nachzulesen.

Unbenannt-1 Junkers JU-88 in Roth

 

Unbenannt-2Messerschmitt Bf 109 in Roth

 

Am 20. April 1945 wurde der Fliegerhorst von amerikanischen Bodentruppen besetzt. Die amerikanischen Streitkräfte nutzten das Gelände für das Sammeln und Entschärfen von Munition. Für den Transport wurde eigens ein Eisenbahngleis von der Bahnstrecke Roth - Hilpoltstein, abzweigend in Eckersmühlen, zum Flugplatz verlegt. Erst 1956 endete die Aktivität der US-Amerikaner und deutsche Dienststellen konnten wieder über den Fliegerhorst verfügen. Nach Gründung der Bundeswehr 1955 wurde das heruntergekommene Gelände dringend benötigt und auch sofort instandgesetzt. Die ersten Rekruten trafen bereits im August 1956 ein. In den kommenden Jahren waren die folgenden fliegenden Einheiten in Roth-Kiliansdorf stationiert:

 

1956 bis 1963: Herresfliegerstaffel 4

Die Heeresfliegerstaffel wird bereits 1956 gegründet, nimmt den Flugbetrieb aber erst 1961 auf. Zum Einsatz kommen die Muster Sud Aviation Alouette II und Dornier DO-27.

al2 Sud Aviation Alouette II
(Quelle: Bundesarchiv, Ludwig Wegmann, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de)

 

do27

Dornier DO-27
(Quelle: Ralf Roletschek Lizenz: CC BY-SA 3.0 de)

 

 

1963 bis 1971: Heeresfliegerbataillon 4

 

In dieser Zeit wird die Dornier DO-27 außer Dienst gestellt. Die DO-27 war das einzige Flächenflugzeug der Heeresfliegertruppe. Im Jahr 1969 erhält das Heeresfliegerbataillon die ersten beiden bei Dornier in Oberpfaffenhofen in Lizenz gebauten Bell UH-1D. Der leichte Transporthubschrauber, wegen seiner typischen Knallgeräusche im Flug auch "Teppichklopfer" genannt, bestimmte das Bild auf dem Fliegerhorst Roth-Kiliansdorf bis in späten 1970er Jahre.

UH1D

Bell UH-1D der Luftwaffe 1984

UH1D

Bell UH-1D des Heeres in Roth 2013

 

 

 

1971 bis 1979: leichtes Heeresflieger Transport Regiment 20

Das leHFlgTrspRgt 20 wurde aus bereits vorhandenen Truppenteilen am 01.04.1971 aufgestellt. Das Regiment stellte ab 01.07.1974 unter dem Funkrufnamen "SAR 74" am Flughafen in Nürnberg einen Rettungshubschrauber des Typs Bell UH-1D bereit. Nach wie vor ist ist der Transport von Truppen, Verwundeten und Material der Einsatzauftrag der Rother Heeresflieger.

 

 

1974 bis heute: Polizeihubschrauberstaffel Bayern

Die am 09. Juli 1970 in Neubiberg bei München gegründete Polizeihubschrauberstaffel Bayern erhielt 1974 eine Außenstelle in Nordbayern. Am Heeresflugplatz in Roth fand man geeignete Bedingungen und so wurde die Außenstelle am 01. Juni 1974 offiziell ihrer Bestimmung übergeben. In den Anfangsjahren war die Polizeihubschrauberstaffel in Roth mit drei Beamten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besetzt. Im Lauf der Jahre wurden immer mehr Polizeipiloten bei der Bundespolizei (damals "Bundesgrenzschutz") in Bonn-Hangelar ausgebildet. Auch die Anzahl der Hubschrauber erhöhte sich mit der Zeit. So flogen Mitte der 1980er Jahre insgesamt 11 Hubschrauber in Bayern unter dem Callsign "Edelweiß". Im Einsatz waren vier MBB-Kawasaki BK 117 und sieben MBB BO-105 in verschiedenen Ausführungen. Mitte der 1990er Jahre stand die bayerische Polizeihubschrauberstaffel vor tiefgreifenden Umwälzungen: Die Dienststelle in Neubiberg wurde geschlossen und die Hubschrauber an den damals neuen Flughafen München im Erdinger Moos verlegt. Außerdem wurden die Muster BK 117 und BO 105 ausrangiert und durch den Typ Eurocopter EC 135 ersetzt. Heute ist die Dienststelle am Heeresflugplatz in Roth auf 30 Dienstposten und drei Hubschrauber angewachsen. Die Eurocopter EC 135 stehen in verschiedenen Konfigurationen (z. B. mit Rettungswinde oder Wärmebildkamera) für Einsätze rund um die Uhr bereit. Auch nach Einstellung des militärischen Flugbetriebs zum Jahresende 2013 bleibt die Polizeihubschrauberstaffel vorerst am Standort Roth.

 

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Eurocopter EC 135

 

 

1979 bis 2014: Kampfhubschrauberregiment 26 "Franken"

Im Jahr 2003 wird das Regiment umbenannt in Kampfhubschrauberregiment 26 "Franken". Damals rechnet man noch fest mit der Stationierung von 32 Kampfhubschraubern "Tiger" in Roth. Im Herbst 2011 wird im Rahmen einer neuerlichen Bundeswehrreform jedoch die Auflösung des KHR 26 "Franken" zum 30.06.2014 beschlossen.

 

bo105

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MBB Demo Video aus den frühen 1980er Jahren

 

 

 

Erfolgsmodell Bo 105 - Filmdokumentation mit den Heeresfliegern aus Roth

 

 

 

 

 

 

 

 

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